Kaufratgeber

Definition eines Elektrogroßgerätes

Bei einem Elektrogroßgerät beträgt die Kantenlänge (also entweder Breite, Höhe oder Tiefe) minimal 25 Zentimeter. Ansonsten handelt sich um ein Elektrokleingerät.
Zu den typischen Elektrogroßgeräten zählen Waschmaschinen, Kühlschränke, Side-by-Side Geräte, Backöfen oder Herde.

Was vor dem Kauf beachtet werden sollte

Platz, Bauart und Größe

Ausmessen und fertig? Die Maße des neuen Geräts sind wichtig, dennoch ist es hilfreich, dass Sie auch die Bauart im Blick behalten: Soll die Waschmaschine ein Frontlader sein oder bevorzugen Sie die Befüllung von oben, wie bei einem Toplader? Passt der neue Backofen in die bestehende Einbauküche oder ist Ihnen ein freistehender und platzsparender Minibackofen lieber? Fragen wie diese sollten Sie vor dem Kauf klären.

Außerdem: Wie viel soll es sein? Eine Waschmaschine mit kleiner Trommel spart Strom und Wasser und ist für einen Zweipersonenhaushalt oft ausreichend. Vielleicht genügt auch ein halbhoher Kühlschrank – oder Sie lieben frische Lebensmittel und möchten sich dafür viel Platz gönnen? Welche Funktionen muss der neue Herd erfüllen? Die Antworten fallen in einem Single-Haushalt anders aus als in einer Großfamilie und wirken sich auf den Geldbeutel aus. Spezifische Tipps zu den einzelnen Produktgruppen finden Sie in den Ratgebern der jeweiligen Kategorie.

Auf Siegel achten

Das Siegel GS (Geprüfte Sicherheit) vergeben unabhängige Prüfer, welche die Geräte umfangreichen Tests unterziehen. Auch das CE gibt Hinweise auf die Qualität. Ein Gerät mit dieser Auszeichnung entspricht den EU-Richtlinien. Im Gegensatz zu dem GS-Siegel bringen Hersteller das CE-Siegel selbst an den Geräten an. Häufig ist es heute noch immer so, dass Geräte namhafter Hersteller in puncto Qualität die Nase gegenüber der Konkurrenz vorne haben, das muss aber nicht immer so sein.

Die richtige Energieeffizienzklasse wählen

Sie wollen Energie sparen und die Umwelt schonen? Dann achten Sie beim Kauf einfach auf das Energielabel.

Was bedeutet das Energielabel?

Die Energieeffizienzklasse gibt an, wie viel Energie für einen bestimmten Nutzen aufgewendet werden muss. Je mehr Strom ein Gerät benötigt, desto niedriger beziehungsweise schlechter ist die Energieeffizienzklasse (EEK). Das bedeutet im Umkehrschluss: je weniger Strom ein Gerät verbraucht, desto höher beziehungsweise besser ist die Energieeffizienzklasse.

Seit März 2021 werden die Energielabel erneuert und sukzessive ausgetauscht. Neue Label haben bereits Waschmaschinen, Waschtrockner, Geschirrspüler, Kühl- und Gefriergeräte. Produkte, wie Wäschetrockner, Backöfen, Herde, Dunstabzugshauben und Kochfelder mit Dunstabzügen folgen in den nächsten Jahren.

Warum gibt es neue Energielabel?

Die neuen Effizienzlabel haben keine Plus-Klassen mehr wie "A+++" oder "A++". Stattdessen reicht ihre Skala von A bis G, was sie aussagekräftiger macht. Zum Beispiel bei Kühlschränken lagen zuletzt fast alle Modelle in den Bestklassen. Eine Einschätzung, welche Typen wirklich weniger Energie benötigen, war dadurch kaum noch möglich.

Mit der Umstellung auf die neue Skala steigen auch die Anforderungen an die Sparsamkeit der Geräte. Deshalb finden sich die aktuellen Modelle nun in deutlich schlechteren Klassen wieder. Ein Großteil der früheren "A+++"-Kühlschränke liegt nun beim neuen Label in der Klasse C. Nur wenige der bisherigen Bestplatzierten erreichen die Klasse B. Die Bedingungen der neuen Energieeffizienzklasse A bieten somit wieder Luft nach oben. Das soll Hersteller motivieren, noch sparsamere Geräte zu entwickeln.

Des Weiteren haben sich die Messmethoden geändert, weshalb sich die Angaben zum Jahres-Stromverbrauch unterscheiden. Ein Vergleich der Kilowattstunden-Werte der neuen Energieverbrauchskennzeichnung mit den Angaben auf den herkömmlichen Labeln ist nicht mehr möglich. Beispielsweise fällt bei Geschirrspülern die Zahl der Kilowattstunden, durch die veränderten Messbedingungen, bei allen Modellen deutlich niedriger aus als bisher. Bei Kühlschränken hingegen liegt sie meist höher, da hier die alltägliche Nutzung der Geräte bei der Prüfung berücksichtigt wurde.

Alle neuen EU-Label tragen einen QR-Code, über den Sie weitere Produktinformationen erhalten. Außerdem bieten die Label bei manchen Geräten zusätzliche Angaben. So sehen Sie zum Beispiel bei Waschmaschinen und Geschirrspülern, wie viel Zeit das Energiesparprogramm benötigt, zu dem der angegebene Stromverbrauch gehört.

Sind die neuen Energielabel besser als die alten?

Die neuen Effizienzlabel bringen einige Verbesserungen mit sich.

Die überarbeitete Kennzeichnung unterscheidet feiner zwischen den einzelnen Effizienzklassen. Das erlaubt eine schnelle und genaue Einschätzung des Energieverbrauchs. Durch die höheren Anforderungen sammeln sich nicht mehr alle guten Geräte in den Bestklassen. Die Prüfverfahren haben sich zudem so verändert, dass sie den echten Nutzungsbedingungen im Haushalt näherkommen. Bei Wasch- und Geschirrspülmaschinen bezieht sich der Energieverbrauch nun immer auf 100 Durchgänge pro Jahr. Bei Abweichungen der benötigten Durchläufe lassen sich diese leicht überschlagen. Bislang war das komplizierter: Die Angaben der alten Label bezogen sich beispielsweise bei Geschirrspülern auf 280 Spülgänge und bei Waschmaschinen auf 220 Waschladungen.

Das Altgerät korrekt entsorgen

Zu einem bewussten und sparsamen Umgang vom Kauf der Geräte, über die Nutzung hinweg, gehört auch die richtige Entsorgung. Leider geben auch die besten Geräte irgendwann den Geist auf. Elektrogeräte sind unbedingt getrennt vom normalen Hausmüll zu entsorgen, um mögliche negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt zu verhindern. Außerdem unterstützt dies die Rückgewinnung von Rohstoffen.

Großgeräte kann man auf zwei Wegen entsorgen: Erstens kostenlos am kommunalen Wertstoffhof. In diversen Kommunen gibt es sogar das Angebot, Elektrogeräte vom Grundstück oder aus der Wohnung abholen zu lassen - teilweise ist die Abholung allerdings kostenpflichtig.

Zweitens kann man Großgeräte beim Händler zurückgeben, sobald dieser eine Versand-, Lager- und Verkaufsfläche von mindestens 400 Quadratmetern in Deutschland pro Standort auf Elektro- und Elektronikgeräte besitzt.

Ein Altgerät muss immer dann kostenlos zurückgenommen werden, wenn ein entsprechendes Neugerät derselben Geräteart gekauft wird. Ein Tipp: Wird die neue Ware geliefert, kann das Altgerät gleich mitgenommen werden. Beim Abschluss des Kaufvertrags sollte man den Händler aber darüber informieren.

Ab Januar 2022 wird die Rücknahmepflicht übrigens ausgeweitet: Dann müssen auch jene Händler, die Lebensmittel auf einer Gesamtverkaufsfläche von mindestens 800 Quadratmetern verkaufen und mehrmals im Kalenderjahr oder dauerhaft Elektro- und Elektronikgeräte anbieten, Rücknahmestellen einrichten. Dafür gilt aber bis zum 30. Juni 2022 eine Übergangsfrist.